Dodekanes

Der Dodekanes vereint auf engstem Raum Segeln, Antike und orientalisches Flair – zwischen der Kreuzritterstadt Rhodos, dem zentral gelegenen Kos und unzähligen kleinen Inseln bis kurz vor die türkische Küste. Der Überblick zu Marinas, Inseln, Wind und bester Reisezeit.

Der Dodekanes liegt halbmondförmig zwischen Kreta und der türkischen Küste und umfasst rund 200 Inseln, davon zwölf größere Hauptinseln – unter anderem Rhodos, Kos, Kalymnos, Leros und Patmos. Die Landschaft ist überwiegend karg und bergig, ähnlich den Kykladen; Kos und Rhodos sind dank zahlreicher Quellen etwas grüner als der Rest des Reviers. Für Charter Segler spielt sich hier praktisch alles auf zwei Inseln ab: Kos und Rhodos.

Diese Seite bündelt das Wichtigste über das Revier und verweist auf die weiterführenden Detailseiten zu den einzelnen Häfen.

Das Revier auf einen Blick

  • Lage: südöstliche Ägäis, halbmondförmig zwischen Kreta und der türkischen Küste
  • Wichtigste Charterbasen: Kos (Marina Kos, zentral im Revier) und Rhodos (neue Marina Rhodos sowie der historische Hafen Mandraki in der Altstadt)
  • Inseln: Kos, Rhodos, Symi, Kalymnos, Nisyros, Patmos, Leros, Tilos, Chalki, Karpathos
  • Charakter: karge, wenig bewachsene Inseln, größere Distanzen, kräftiger Meltemi, dabei ein „Rundum-Paket“ aus Segeln, Antike und orientalischem Flair
  • Wind: Meltemi aus Nord bis Nordwest, Juni bis September meist 4–6 Bft, kann 7 Bft erreichen und oft mehrere Tage anhalten
  • Beste Reisezeit: Mai, Juni, September und Oktober mit weniger Touristen; Juli/August für lebendige Atmosphäre und warmes Wasser
  • Anreise: internationale Flughäfen auf Kos und Rhodos, beide gut aus dem deutschsprachigen Raum angeflogen

Warum der Dodekanes?

Winsch an steuerbord mit Reling und Wasser in Unschärfe

Der Dodekanes bietet ein ungewöhnlich dichtes „Rundum-Paket“: Wo sonst im griechischen Segelrevier lässt sich in einer Woche eine mittelalterliche Kreuzritterstadt besichtigen, durch antike Ruinenstätten spazieren, orientalisches Flair spüren und dabei zwischen kargen Felseninseln und grünen Quelloasen wechseln? Rhodos-Stadt allein vereint venezianisches, osmanisches und italienisches Erbe auf engstem Raum.

Das Revier ist allerdings groß – deutlich größer, als es auf der Karte wirkt. Manche teilen es in einen nördlichen (rund um Kos) und einen südlichen Teil (rund um Rhodos), andere vierteln es sogar, um in mehreren Törns wirklich alle Facetten zu erleben. Kos liegt praktischerweise etwa in der Mitte und dient vielen als zentraler Ausgangspunkt.

Ein ehrlicher Hinweis zur Distanzplanung: Wer eine Woche ab Rhodos startet, kommt bei einem gemütlichen Urlaubstörn oft nur bis Kalymnos – und muss dann schon wieder umkehren. Wer mehr sehen will, sollte entweder zwei Wochen einplanen oder sich von vornherein auf eine Hälfte des Reviers konzentrieren.

Revierhighlights im Überblick:

Rhodos

Die von einer gewaltigen Stadtmauer umgebene Altstadt von Rhodos zählt seit 1988 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Großmeisterpalast des Johanniterordens, die Ritterstraße und der Hafen Mandraki mit seinen Windmühlen prägen das Bild. Einst stand hier der Koloss von Rhodos, eines der sieben Weltwunder der Antike.

Blick auf Yachten im Hafen Mandraki Rhodos

Lindos

Auf einem steil aufragenden Felsen über einer malerischen Bucht thront die Akropolis von Lindos mit einem antiken Athene-Tempel. Der Ort darunter mit seinen engen Gassen und kapitänshausartigen Villen gehört zu den meistfotografierten Zielen der Insel Rhodos.

Blicke auf Lindos Akropolois auf der Insel Rhodos

Symi

Der Naturhafen Gialos ist gesäumt von pastellfarbenen neoklassizistischen Häusern aus der Zeit des Schwammhandels – eines der schönsten Hafenpanoramen der gesamten Ägäis. Im Sommer findet hier zudem das Symi-Festival mit kulturellen Veranstaltungen statt.

Typische Gasse in Kardamena auf der griechischen Insel Kos

Kos

Die Inselhauptstadt Kos verbindet eine antike Agora und die berühmte Hippokrates-Platane mit lebendigem Hafentreiben. Im Süden der Insel liegt Kardamena, ein belebter Ferienort mit langen Sandstränden – ein guter Kontrast zum eher ruhigen Hauptort.

Kalymnos – Klettern direkt über dem Meer

Kalymnos zählt seit den 1990er-Jahren zu den bekanntesten Klettergebieten der Welt – ein ungewöhnliches Merkmal, das die Insel von allen anderen Zielen im Dodekanes unterscheidet. Ein Zentrum der Szene ist der Ort Masouri an der Westküste mit der „Grande Grotta“, einer gewaltigen, überhängenden Felshöhle, die schon von Weitem auffällt. Direkt gegenüber liegt die kleine, autofreie Insel Telendos, nur per Boot erreichbar.

Auch ohne selbst zu klettern, lässt sich die Szenerie von Bord aus gut beobachten: Kletterer an den Felswänden gehören hier zum alltäglichen Bild, ähnlich wie andernorts Fischerboote oder Tavernen das Ufer prägen.

Frau kletter auf Kalmynos in der Nähe des Ortes Masouri

Wissenswertes zu Kalymnos

  • Bekanntheit: seit den 1990er-Jahren eines der weltweit bekanntesten Klettergebiete
  • Interessantes Klettergebiet: Ort Masouri und die Felshöhle „Grande Grotta“
  • Telendos: kleine, autofreie Nachbarinsel, nur per Boot erreichbar
Klettergebiet auf Kalymnos bei Maouri mit Blick auf Telendos

Die Inseln und Ankerbuchten

In der Nähe von Symi liegen die ruhigeren Inseln Chalki und Tilos. Tilos gilt als eines der wichtigsten Vogelschutzgebiete der Ägäis und ist entsprechend unaufgeregt und ursprünglich geblieben. Auf Symi selbst lohnt neben Gialos auch ein Abstecher zum Kloster Panormitis in einer geschützten Bucht im Süden der Insel.

Südlich von Kos liegt die Vulkaninsel Nisyros mit ihrem begehbaren Krater Stefanos, aus dem noch heute heiße, schwefelige Dämpfe aufsteigen – ein Ausflug, der sich gut mit dem Hafen Pali auf der Nordostseite der Insel verbinden lässt. Nördlich davon liegt Patmos, wo der Überlieferung nach die Offenbarung des Johannes verfasst wurde; das Kloster des Heiligen Johannes über dem Hauptort Chora zählt ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Leros besticht durch die italienische Architektur der 1930er-Jahre rund um die Bucht von Lakki, ein ungewöhnliches Kontrastprogramm zu den sonst typisch griechischen Hafenorten. Karpathos im Süden des Reviers ist bergiger und traditioneller geprägt, mit noch spürbarer eigenständiger Inselkultur – aufgrund der größeren Entfernung eher ein Ziel für erfahrenere Crews mit mehr Zeit.

Wind und beste Reisezeit

Der Meltemi bestimmt auch im Dodekanes das Sommersegeln: Von Juni bis September weht er meist mit 4 bis 6 Beaufort aus Nord bis Nordwest, kann aber auch 7 Beaufort erreichen und dann mehrere Tage am Stück anhalten – wie lange, lässt sich kaum vorhersagen. Im Frühjahr und Herbst weht dagegen häufiger ein moderater Wind aus Südost mit 2 bis 4 Beaufort. Vorsicht ist an den Lee-Küsten der Inseln geboten, wo plötzliche Fallböen auftreten können.

Wer sein Revier bewusst wählt, kommt mit dem Wind gut zurecht: Nord-Dodekanes rund um Kos bietet konservativere Routen während ambitionierte Crews im Süden Richtung Karpathos oder sogar Kastellorizo längere, anspruchsvollere Schläge auf offenerem Wasser suchen.

Die beste Reisezeit ist Mai, Juni, September und Oktober mit weniger Touristen, angenehmeren Temperaturen und freieren Liegeplätzen. Juli und August bringen den kräftigsten und verlässlichsten Wind sowie die lebendigste Atmosphäre, dafür aber auch volle Häfen. Wer dann unterwegs ist, plant am besten Lee-Routen, läuft Häfen früh an oder wählt Ankerbuchten mit gutem Sandgrund und Landleinen.

Marinas und beliebte Anlaufpunkte im Porträt

Die Marina Kos zählt zu den modernsten Marinas Griechenlands und liegt strategisch günstig etwa in der Mitte des gesamten Reviers. Hier haben rund ein Dutzend Charterfirmen ihre Basis, ein Supermarkt direkt in der Marina ermöglicht eine bequeme Vorproviantierung. Kos ist damit der beliebtere der beiden Ausgangshäfen, weil man direkt im Herzen des Reviers ablegt.

Rhodos bietet Charter-Crews gleich zwei sehr unterschiedliche Ausgangspunkte. Der historische Hafen Mandraki liegt mitten in der Stadt, direkt unter den Mauern der Altstadt, mit den bekannten Windmühlen und den Wappentier-Säulen an der Einfahrt – ein tolles Ambiente, aber in der Hochsaison oft sehr voll und mit wenig Infrastruktur. Rund drei Kilometer südöstlich liegt die neuere Marina Rhodos mit deutlich mehr Wassertiefe und moderner Infrastruktur; sie hat sich mittlerweile zur wichtigeren Basis für längere Liegezeiten entwickelt.

Häufige Fragen (FAQ)

Praktisch alle Charteryachten liegen in Kos (Marina Kos) oder Rhodos (neue Marina Rhodos und Hafen Mandraki).

Technisch ja, die türkische Küste liegt oft nur wenige Seemeilen entfernt. In der Praxis ist der Grenzübertritt aber deutlich zurückgegangen: Ein- und Ausklarieren ist nur über einen Agenten möglich, dauert mehrere Stunden und geht nicht am selben Tag, zudem muss der Vercharterer den Abstecher vorab genehmigen. Die meisten Crews bereisen die beiden Reviere heute getrennt voneinander.

Von Juni bis September weht er meist mit 4 bis 6 Beaufort aus Nord bis Nordwest, kann aber auch 7 Beaufort erreichen und mehrere Tage anhalten. Damit ist er prägend für die Törnplanung.

Realistisch lässt sich meist nur eine Hälfte des Reviers erkunden – entweder der Norden rund um Kos oder der Süden rund um Rhodos. Ab Rhodos reicht ein gemütlicher Wochentörn oft nur bis Kalymnos, bevor es wieder zurückgeht.

Kalymnos zählt seit den 1990er-Jahren zu den bekanntesten Klettergebieten der Welt, mit dem Ort Masouri und der Felshöhle „Grande Grotta“ als Zentrum der Szene. Auch ohne selbst zu klettern, lässt sich das Treiben an den Felswänden gut vom Boot aus beobachten.

Fazit

Der Dodekanes verbindet Segeln, Antike und orientalisches Flair zu einem dichten „Rundum-Paket“, das kaum ein anderes griechisches Revier so bietet: die Kreuzritterstadt Rhodos, das zentral gelegene Kos und farbenfrohe Hafenorte wie Symi. Wer die Größe des Reviers realistisch einschätzt und sich auf eine Hälfte konzentriert oder zwei Wochen einplant, erlebt eines der abwechslungsreichsten Segelreviere Griechenlands.

Hinweis: Angaben zu Bestimmungen, Marinas und Gebühren können sich jederzeit ändern und sind ohne Gewähr. Für die Einhaltung der vor Ort gültigen Vorschriften ist der Skipper selbst verantwortlich.