Ionische Inseln
Die Ionischen Inseln vor der Westküste Griechenlands gelten als das grünste und einsteigerfreundlichste Segelrevier des Landes – geschützte Gewässer, moderate Winde und dichte Wälder statt kargem Ägäis-Flair. Der Überblick zu Marinas, Inseln, Wind und bester Reisezeit.
Die Ionischen Inseln erstrecken sich entlang der griechischen Westküste von Korfu im Norden bis Zakynthos im Süden. Seglerisch zerfällt das Revier faktisch in zwei Teile: Im Norden liegt das Gebiet rund um Korfu, Paxos und Antipaxos, im Süden das deutlich inselreichere Revier um Lefkas, Kefalonia, Ithaka und Zakynthos. Dazwischen liegt eine rund 30 Seemeilen lange, inselfreie Lücke. Wer eine Woche Zeit hat, entscheidet sich meist für eine der beiden Hälften; für beide zusammen (rund 250 bis 350 Seemeilen) sollten mindestens zwei Wochen eingeplant werden.
Diese Seite bündelt das Wichtigste über das Revier und verweist auf die weiterführenden Detailseiten zu den einzelnen Häfen.

Das Revier auf einen Blick
- Lage: griechische Westküste, von Korfu im Norden bis Zakynthos im Süden, unterteilt in ein nördliches Teilrevier (Korfu, Paxos) und ein südliches (Lefkas, Kefalonia, Ithaka, Zakynthos)
- Wichtigste Charterbasen: Korfu/Gouvia (größte Marina Griechenlands) im Norden; Lefkas (Port und Marina), Preveza und Nidri im Süden
- Inseln: Korfu, Paxos, Antipaxos, Lefkas, Meganisi, Kalamos, Kefalonia, Ithaka, Zakynthos
- Charakter: grün, geschützte Gewässer, kurze bis mittlere Etappen, ausgeprägtes Einsteiger- und Familienrevier
- Wind: thermischer Maestro aus Nordwest, 2–5 Bft, baut sich vormittags/mittags auf und schläft abends ein; kein Meltemi-Einfluss
- Beste Reisezeit: Mai, Juni, September und Oktober mit weniger Touristen; Juli/August für lebendige Atmosphäre und warmes Wasser
- Anreise: internationale Flughäfen in Korfu-Stadt und Preveza (Aktio), meist nah an den Charterbasen
Warum die Ionischen Inseln?

Der größte Unterschied zu den übrigen griechischen Revieren ist die Landschaft: Statt karger, weißer Kykladen-Kulisse prägen dichte Pinien- und Olivenwälder, satte grüne Hügel und tief eingeschnittene Buchten das Bild. Dazu kommt ein Wind, der sich gut vorhersagen lässt und selten mehr als 5 Beaufort erreicht – das Ionische Meer gilt zurecht als das Einsteiger- und Familienrevier Griechenlands.
Die Vielfalt ist groß: Korfu-Stadt gehört mit seiner venezianisch geprägten Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe, Paxos und Antipaxos locken mit türkisfarbenem Wasser, und im Süden reihen sich mit Lefkas, Kefalonia, Ithaka und Zakynthos gleich vier eigenständige Inselwelten aneinander – von Odysseus‘ sagenhafter Heimat bis zu den höchsten Bergen der Region.
Ein ehrlicher Hinweis zur Beliebtheit: Allein zwischen Korfu und Lefkas wechseln in der Hauptsaison wochenweise rund 1.000 Charteryachten die Crew – entsprechend voll sind die beiden Ausgangshäfen, und die bekanntesten Ziele sind oft schon am frühen Nachmittag belegt.
Revierhighlights im Überblick:
Korfu
Korfu-Stadt zählt mit ihrer venezianisch, französisch und britisch geprägten Altstadt seit 2007 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die moderne Marina Gouvia, größte Griechenlands, liegt nur wenige Kilometer entfernt und ist Ausgangspunkt des nördlichen Teilreviers.

Lefkas
Lefkas ist durch eine Brücke mit dem Festland verbunden und Ausgangspunkt des südlichen Teilreviers. Die Insel ist bekannt für spektakuläre Sandstrände wie Porto Katsiki und Egremni. Die große Marina liegt mitten im gleichnamigen Hauptort mit kurzen Wegen zu Restaurants und Geschäften.


Kefalonia
Kefalonia ist die größte der Ionischen Inseln und beeindruckt mit hohen Bergen und tief eingeschnittenen Buchten. Fiskardo im Norden gilt vielen als der schönste Ort des gesamten Reviers – die pastellfarbenen Häuser überstanden das schwere Erdbeben von 1953 nahezu unbeschadet.

Ithaka
Ithaka gilt als die Heimat des Odysseus und ist entsprechend ursprünglich und ruhig geblieben. Der Hauptort Vathy liegt geschützt am Ende einer tiefen Bucht und beherbergt kleine Museen zu Archäologie und Folklore der Insel.
Der Kanal von Korinth –
One-Way Törn ins Ionische Meer
Wer einen Törn ab Athen oder Nea Peramos beginnt und ins Ionische Meer möchte, kann eine echte Besonderheit einplanen: die Durchfahrt durch den Kanal von Korinth. Der 6,3 Kilometer lange, künstliche Kanal durchschneidet den Isthmus von Korinth zwischen bis zu 80 Meter hohen Felswänden und verbindet den Saronischen Golf mit dem Golf von Korinth – von dort ist es über Patras nicht mehr weit ins Ionische Meer, etwa nach Preveza oder weiter nach Lefkas. Gegenüber der Umrundung des Peloponnes über Kap Malea spart die Route rund 100 bis 185 Seemeilen.

Wissenswertes zum Kanal von Korinth
- Maße: 6,3 km lang, 21–25 m breit, bis zu 80 m hohe Felswände, Einbahnverkehr per Funkkoordination
- Anmeldung: vorab per E-Mail bei der Kanalbehörde nötig (72, 24, 6 und 3 Stunden vor Durchfahrt)
- Gebühr: je nach Bootslänge etwa 80 bis 300+ €, eine der teuersten Wasserstraßen der Welt pro Seemeile
- Wichtig zu wissen: Der Kanal wird wegen Felsabgängen gelegentlich für Monate komplett gesperrt (zuletzt Ende September 2023 bis Juni 2024) – aktuellen Status vor Törnbeginn prüfen
- One-Way Charter: Für die Streckenführung in eine Richtung verlangen die meisten Vercharterer eine gesonderte Einweg-Gebühr; nur wenn ein Anbieter selbst eine Überführung in diese Richtung benötigt, wird die Strecke gelegentlich als günstiges Sonderangebot ausgeschrieben

Die Inseln und Ankerbuchten
Im Norden sind Paxos und Antipaxos die beliebtesten Ziele ab Korfu. Auf Paxos ist Gaios mit seinen pastellfarbenen Häusern der lebendige Hauptort, während die weitläufige Ankerbucht von Lakka im Norden zu den meistbesuchten Plätzen des Reviers zählt. Antipaxos, kleiner und ohne feste Infrastruktur, lockt mit kristallklarem, türkisfarbenem Wasser – ohne Flughafen und Hotels bleibt die Insel dennoch beliebt bei Tagesausflüglern von Paxos und Parga.
Im Süden liegen rund um Lefkas zahlreiche kleinere Inseln wie Meganisi und Kalamos, die trotz ihrer Nähe zu den Charterbasen noch ursprünglich und beschaulich geblieben sind. Nidri und die Bucht von Vliho gehören zu den meistgenutzten Ankerplätzen der Region.
Ganz im Süden liegt Zakynthos, die grünste der großen Ionischen Inseln und bekannt für die Bucht Navagio mit ihrem berühmten Schiffswrack – heute allerdings wegen Steinschlaggefahr nicht mehr anlandbar, nur noch per Bootsausflug zu besichtigen. In der Bucht von Laganas im Süden brütet die bedrohte Karettschildkröte Caretta caretta; das Gebiet ist als Nationaler Meerespark geschützt, mit Geschwindigkeitsbegrenzungen und stellenweise nächtlichen Zugangsbeschränkungen. Zakynthos liegt von Lefkas aus in erreichbarer Distanz für einen ambitionierten Wochentörn oder komfortabel im Rahmen eines zweiwöchigen Törns.

Wind und beste Reisezeit
Der Wind in den Ionischen Inseln ist ein verlässlicher thermischer Nordwestwind, der Maestro. Er baut sich meist gegen Mittag auf, erreicht 2 bis 5 Beaufort und schläft am Abend wieder ein – ideale Bedingungen für einen gemütlichen Start nach dem Frühstück. Am Morgen kann zusätzlich eine leichte Brise aus Ost bis Südost wehen. Zwischen Oktober und April/Mai dreht der Wind häufiger auf Nord oder Süd.
Anders als in der Ägäis spielt der Meltemi hier keine Rolle, was das Revier planbarer macht als die Kykladen oder den Dodekanes. Vorsicht ist dennoch an der Lee-Seite hoher, gebirgiger Inseln geboten, wo Fallböen auftreten können. Insgesamt gilt das Revier als eines der am leichtesten zu segelnden im gesamten Mittelmeer.
Die Saison reicht von etwa April bis Oktober. Mai, Juni, September und Oktober bieten weniger Touristen und angenehme Temperaturen, das Wasser ist im Frühjahr noch kühl, im Herbst angenehm warm. Juli und August bringen die höchsten Temperaturen um 30 Grad und die lebhafteste Atmosphäre, dafür aber auch vollere Häfen und die höchste Auslastung der Charterflotten.
Marinas und beliebte Anlaufpunkte im Porträt
Die Marina Gouvia auf Korfu ist mit weit über 1.000 Liegeplätzen die größte Marina Griechenlands und historisch der erste private Yachthafen des Landes. Sie liegt in einer gut geschützten Bucht rund 7 Kilometer vom Flughafen und von Korfu-Stadt entfernt und bietet umfassende Versorgung inklusive Tankstelle, Werkstätten und Supermärkten.
Lefkas Marina liegt mitten im Hauptort der Insel, direkt am Kanal, der die Insel vom Festland trennt. Rund 620 Liegeplätze für Yachten bis 45 Meter stehen zur Verfügung; die Ansteuerung erfolgt über eine gut betonnte Fahrrinne und die Kanalbrücke, die zu festen Zeiten für den Schiffsverkehr öffnet. Vom nahen Flughafen Preveza (Aktio) ist die Marina in rund 20 bis 30 Autominuten zu erreichen.
Preveza liegt an der Einfahrt zum Ambrakischen Golf, nur wenige Seemeilen nördlich von Lefkas, und blickt auf eine lange Geschichte zurück – hier fand 31 v. Chr. die Seeschlacht von Actium zwischen Octavian und Marcus Antonius statt. Neben dem belebten Stadthafen bieten die Preveza Marina und die Cleopatra Marina weitere Liegeplätze. Nidri auf der Ostseite von Lefkas ist einer der meistbesuchten Häfen der Region und ein beliebter Etappen- und Ausgangsort, besonders für Ausflüge zu den vorgelagerten Inseln Meganisi und Skorpios.
Als kleinere Alternative bietet sich Palairos am Festland gegenüber von Lefkas an, ein ruhigerer Ausgangspunkt mit wachsendem Charterangebot.
Häufige Fragen (FAQ)
Fazit
Die Ionischen Inseln sind Griechenlands grünstes und zugänglichstes Segelrevier: moderate Winde, geschützte Gewässer und kurze Distanzen machen es zum idealen Einstieg, während Korfus Weltkulturerbe-Altstadt, das ursprüngliche Ithaka und der spektakuläre Kanal von Korinth für Abwechslung sorgen. Wer nur eine Woche Zeit hat, entscheidet sich am besten für eine der beiden Reviershälften – wer zwei Wochen mitbringt, kann Korfu und Lefkas auf einem großen Bogen miteinander verbinden.
Hinweis: Angaben zu Bestimmungen, Marinas und Gebühren können sich jederzeit ändern und sind ohne Gewähr. Für die Einhaltung der vor Ort gültigen Vorschriften ist der Skipper selbst verantwortlich.
