Tempelruine Portara auf der Insel Naxos Kykladen

Kykladen

Die Kykladen sind der Inbegriff griechischer Postkarten-Idylle – weiße Würfelhäuser, blaue Kuppeln und tiefblaues Meer – und zugleich das anspruchsvollste Segelrevier Griechenlands. Der Überblick zu Marinas, Inseln, Wind und bester Reisezeit.

Die Kykladen bilden einen Kreis aus rund 50 Inseln rund um die einst heilige Insel Delos, mitten in der südlichen Ägäis. Mykonos, Paros, Naxos und Santorin gehören zu den bekanntesten Zielen des gesamten Mittelmeers – weiße Dörfer, enge Gassen und tiefblaues Wasser prägen das Bild. Anders als in den übrigen griechischen Revieren gibt es auf den Inseln selbst kaum Charterinfrastruktur: Die meisten Crews chartern entweder auf Mykonos oder Paros, oder sie starten gleich in Athen bzw. Lavrion und segeln von dort in die Inselwelt.

Diese Seite bündelt das Wichtigste über das Revier und verweist auf die weiterführenden Detailseiten zu den einzelnen Häfen.

Das Revier auf einen Blick

  • Lage: südliche Ägäis, rund 50 Inseln im Kreis um die Insel Delos, südöstlich von Athen
  • Wichtigste Charterbasen: Mykonos (Marina Tourlos) und Paros (Parikia) als einzige nennenswerte Basen auf den Inseln selbst; alternativ Start in Athen (Alimos) oder Lavrion mit anschließendem Segeltörn in die Kykladen
  • Inseln: Mykonos, Paros, Naxos, Milos, Santorin, dazu Kea, Kythnos, Serifos, Sifnos, Syros, Amorgos und viele kleinere
  • Charakter: offene See, größere Distanzen als in anderen griechischen Revieren, karge, felsige Inseln, kräftiger Wind
  • Wind: Meltemi aus Nord bis Nordost, Juni bis September meist 4–5 Bft, kann 7–9 Bft über mehrere Tage erreichen – das anspruchsvollste griechische Revier
  • Beste Reisezeit: Mai, Juni, September und Oktober mit weniger Touristen; Juli/August für lebendige Atmosphäre und warmes Wasser
  • Anreise: internationale Flughäfen in Athen und Mykonos, für Paros meist Fährverbindung ab Athen

Warum die Kykladen?

Blick auf typische Häuser auf Insel Siros in den Kykladen
Griechenland

Kein anderes griechisches Revier hat einen vergleichbaren Bekanntheitsgrad. Die weißen Würfelhäuser, blauen Kuppeldächer und engen Gassen von Mykonos, Paros oder Santorin prägen das Bild, das die meisten Menschen mit Griechenland verbinden. Dazu kommt eine beeindruckende Dichte an Zielen: Rund 50 Inseln liegen im Kreis um die antike Kultstätte Delos, von quirligen Party-Inseln bis zu stillen, kaum besuchten Nachbarn.

Die Kykladen sind aber auch das anspruchsvollste der griechischen Reviere. Der sommerliche Meltemi weht zuverlässig, aber kräftig, die Distanzen zwischen den Inseln sind größer als im Saronischen Golf oder im Ionischen Meer, und die offene Ägäis bietet weniger natürlichen Windschutz. Wer diese Herausforderung sucht oder schon Segelerfahrung mitbringt, wird mit einem der eindrucksvollsten Reviere des Mittelmeers belohnt.

Ein praktischer Hinweis zu den Charterbasen: Auf den Inseln selbst gibt es nur ein knappes Charterangebot, im Wesentlichen auf Mykonos und Paros. Viele Crews starten daher stattdessen in Athen oder im etwas südlicher gelegenen Lavrion – dank deutlich besserer Flugverbindungen oft die praktischere Wahl, mitunter kombiniert mit einer Schnellfähre zur ersten Insel. Vereinzelt werden sogar Oneway-Törns zwischen Athen und den Kykladen angeboten.

Revierhighlights im Überblick:

Mykonos

Mykonos ist die kosmopolitische Diva der Kykladen: quirliges Nachtleben, die berühmten Windmühlen über der Chora und enge, blumengeschmückte Gassen mit Tavernen und Boutiquen. Die Insel gehört zu den teuersten und meistbesuchten des ganzen Landes. Für eine Charter-Crew eignet sie sich besonders gut als bewusster Kontrast zu ruhigeren Ankertagen.

Berühmte Windmühlen von Mykonos mit Yacht im Vordergrund

Paros

Paros ist ruhiger und beschaulicher als Mykonos, aber ebenso sehenswert: Parikia, der Hauptort, punktet mit kykladischer Architektur und der bedeutenden Ekatontapiliani-Kirche, Naoussa im Norden mit einer venezianischen Festung und einem der schönsten Fischerhäfen der Region. Beide Orte dienen zugleich als Charterbasis.

Insel Paros im Frühling mit Yachten im türkisblauen Wasser
Tempelruine Portara auf der Insel Naxos Kykladen

Naxos

Naxos ist die größte Insel der Kykladen und landschaftlich die abwechslungsreichste: hohe Berge im Inneren, fruchtbare Täler und lange Sandstrände. Das unvollendete Marmortor Portara am Hafeneingang, Überbleibsel eines antiken Apollon-Tempels, ist das Wahrzeichen der Insel.

Yachten ankern in idyllischer Bucht auf der Insel Milos in den Kykladen

Milos

Milos ist vulkanischen Ursprungs und dafür bekannt, dass hier die berühmte Venus von Milo gefunden wurde. Die Mondlandschaft von Sarakiniko aus schneeweißem Vulkangestein und das bunte Fischerdorf Klima mit seinen direkt am Wasser gelegenen Bootshäusern gehören zu den fotogensten Orten der Kykladen.

Kleftiko auf Milos – die Räuberhöhlen

An der Südwestspitze von Milos liegt Kleftiko, eine Bucht mit hoch aufragenden weißen Kalksteinfelsen, natürlichen Torbögen und einem verzweigten System aus Höhlen, in denen sich früher Piraten versteckten – daher der Name. Das Besondere: Kleftiko ist ausschließlich vom Wasser aus erreichbar, es gibt weder Straße noch Infrastruktur, nur Fels und Meer. Für Charter-Crews ist es damit einer der wenigen Orte des Reviers, die man wirklich nur mit dem eigenen Boot erlebt.

Blick von Segelyacht aus auf die in der Sonne liegenden Kalkfelsen von Kleftiko auf der Insel Milos in den Kykladen

Wissenswertes zu Kleftiko

  • Zugang: nur vom Wasser aus erreichbar, keine Straße, keine Bars oder Infrastruktur
  • Ankern: in kleinen Felsnischen je nach Wetterlage möglich, teils auch von Fischerbooten genutzt
  • Anfahrt: Vorsicht wegen teils schwer erkennbarer Klippen, gilt für Kielboot wie Beiboot
  • Beste Zeit: früh morgens deutlich ruhiger, mittags oft voller Tagesausflugsboote

Die Inseln und Ankerbuchten

Wer von Athen oder Lavrion aus startet, erreicht als erste Insel meist Kea oder Kythnos. Auf Kythnos gilt die Bucht Ormos Kolona als einer der sichersten Ankerplätze der Kykladen – hinter einer schmalen Sandbarre gelegen, bleibt sie selbst bei kräftigem Meltemi ruhig. Beide Inseln haben noch keinen eigenen Flughafen und sind entsprechend ursprünglich geblieben.

Weiter südlich liegen Serifos mit seiner spektakulär auf einem Berg gelegenen Chora und Sifnos, das im windigsten Teil des gesamten Reviers liegt, aber im hübschen Ort Kamares einen auch bei Meltemi sicheren Ankerplatz bietet. Beide Inseln gelten als noch vergleichsweise unaufgeregt und wenig überlaufen.
Syros mit der eleganten Inselhauptstadt Ermoupolis ist das administrative Zentrum der Kykladen und deutlich weniger touristisch geprägt als Mykonos oder Santorin. Amorgos, ganz im Osten des Reviers, gilt mit seinen schroffen Klippen und dem Kloster Panagia Chozoviotissa, das sich an eine Felswand schmiegt, als eine der dramatischsten Kulissen der gesamten Ägäis.

Santorin, die südlichste Insel des Reviers, gehört zu den größten Sehnsuchtszielen überhaupt: Die Häuser kleben spektakulär am Rand eines gewaltigen, wassergefüllten Vulkankraters. Realistisch erreichbar ist die Insel aber nur auf einem Zwei-Wochen-Törn – für eine Woche ab Athen oder Lavrion ist die Distanz zu groß, zumal der Rückweg gegen den Meltemi deutlich mehr Zeit braucht als der Hinweg (als Faustregel gelten 60 bis 70 Prozent mehr Zeit). Wer es dorthin schafft, muss zudem wissen: Der Krater ist bis zu 300 Meter tief, ein sicherer Ankerplatz darin ist praktisch nicht zu finden. Muringbojen bei Oia oder Thira sind unzuverlässig belegt, einzig die Marina Vlychada im Süden bietet einigermaßen sichere Liegeplätze, allerdings mit Versandungsproblemen für Boote mit mehr als zwei Metern Tiefgang.

Wind und beste Reisezeit

Der Meltemi bestimmt das Segeln in den Kykladen von Juni bis September. Er speist sich aus einem stabilen Hitzetief über der Türkei und einem Hoch im westlichen Mittelmeer und weht deshalb sehr beständig – meist mit 4 bis 5 Beaufort, kann aber auch 7 bis 9 Beaufort erreichen und dann mehrere Tage anhalten. Im Zentrum der Kykladen kommt er eher aus Nord, im Norden und Südwesten der Region zu rund 80 Prozent aus Nordost.

Eine bewährte Faustregel: Wer mit dem Meltemi im Rücken nach Süden segelt, sollte für den Rückweg gegen den Wind 60 bis 70 Prozent mehr Zeit einplanen. Empfehlenswert ist daher eine Route im Uhrzeigersinn, die früh die weiteren Strecken nach Süden zurücklegt. Am Vormittag ist der Wind meist noch moderat, seine volle Stärke erreicht er häufig erst am Nachmittag. Es kommt aber auch vor, dass er die Nacht durchsteht oder gar mehrere Tage am Stück ununterbrochen weht.

Wer es ruhiger mag, plant den Törn außerhalb der Meltemi-Hauptzeit bis etwa Mitte Juni oder ab Ende September – dann ist auch in den Kykladen entspanntes Segeln möglich. Mai, Juni, September und Oktober bieten insgesamt weniger Touristen und angenehme Temperaturen, Juli und August die lebendigste Atmosphäre und das wärmste Wasser, aber auch die höchste Meltemi-Wahrscheinlichkeit und volle Häfen an den beliebtesten Zielen.

Marinas und beliebte Anlaufpunkte im Porträt

Die Charterbasis auf Mykonos liegt in der Marina Tourlos, rund 2 bis 3 Kilometer nördlich der Altstadt Chora und etwa 5 Kilometer vom Flughafen entfernt. Hier legen auch Fähren und Kreuzfahrtschiffe an, entsprechend betriebsam geht es zu. Für einen Ausflug in die Stadt braucht es einen kurzen Transfer per Wassertaxi (SeaBus), Linienbus oder Taxi – einen durchgehenden Fußweg gibt es nicht, und Taxis sind in der Hochsaison oft knapp.

Auf Paros liegt die Charterbasis in Parikia, dem Hauptort der Insel, direkt im Zentrum mit kurzen Wegen zu Supermärkten, Tavernen und Autovermietern. Alternativ dient Naoussa im Norden, ein malerischer alter Fischerhafen mit venezianischer Festung, manchen Charterfirmen als Stützpunkt. Anders als Mykonos wird Paros meist nicht direkt aus dem deutschsprachigen Raum angeflogen; die Anreise erfolgt in der Regel über Athen mit anschließender, mehrstündiger Fährfahrt.

Wer stattdessen in Athen oder Lavrion chartert, profitiert von deutlich besseren Flugverbindungen und startet den Törn direkt in die Kykladen hinein. Die Fahrt zur ersten Insel (meist Kea oder Kythnos) dauert je nach Startpunkt und Wind zwischen vier und acht Stunden. Diese Variante hat sich in der Praxis für viele Crews als ebenso attraktiv erwiesen wie eine Charter direkt auf Mykonos oder Paros – nicht zuletzt, weil sich so auch die Anfahrt zur eigentlichen Kykladen-Kulisse schon als Teil des Törns erleben lässt.

Häufige Fragen (FAQ)

Auf den Inseln selbst gibt es nur ein knappes Charterangebot, im Wesentlichen auf Mykonos (Marina Tourlos) und Paros (Parikia). Viele Crews starten alternativ in Athen (Alimos) oder Lavrion und segeln von dort in die Kykladen.

Athen ist aus dem deutschsprachigen Raum deutlich besser angeflogen als die Kykladen-Inseln selbst, und Lavrion liegt noch etwas näher am Revier. Von beiden Orten aus lässt sich der Törn direkt in die Inselwelt hinein beginnen, teils sogar als Oneway-Charter.

Von Juni bis September weht er meist mit 4 bis 5 Beaufort, kann aber auf 7 bis 9 Beaufort auffrischen und dann mehrere Tage anhalten. Damit gelten die Kykladen als das anspruchsvollste der griechischen Reviere. Eine Faustregel: Für den Rückweg gegen den Wind sollte 60 bis 70 Prozent mehr Zeit eingeplant werden als für den Hinweg.

In der Regel nicht. Santorin liegt ganz im Süden des Reviers, die Distanz und vor allem der Rückweg gegen den Meltemi machen die Insel realistisch erst auf einem Zwei-Wochen-Törn erreichbar. Zudem ist sicheres Ankern im Kaldera-Krater kaum möglich; nur die Marina Vlychada im Süden bietet halbwegs zuverlässige Liegeplätze.

Die Felsenbucht im Südwesten von Milos mit ihren Torbögen und Höhlen ist ausschließlich vom Wasser aus erreichbar. Tagsüber ist sie in der Hochsaison oft voller Ausflugsboote, in den frühen Morgenstunden dagegen deutlich ruhiger.

Einsteiger sind im Ionischen Meer oder dem Saronischen Golf besser aufgehoben als in den Kykladen. Der kräftige und beständige Meltemi, größere Distanzen und weniger natürlicher Windschutz machen die Kykladen anspruchsvoller. Erfahrene Crews werden dafür mit einem der eindrucksvollsten Reviere des Mittelmeers belohnt.

Fazit

Die Kykladen sind der Inbegriff der griechischen Inselwelt – und zugleich ihr anspruchsvollstes Segelrevier. Weiße Dörfer, tiefblaues Wasser und Ziele wie Mykonos, Paros, Naxos und Milos treffen auf einen zuverlässigen, aber kräftigen Meltemi und größere Distanzen als anderswo in Griechenland. Wer die Herausforderung nicht scheut oder gleich in Athen bzw. Lavrion startet, erlebt eines der eindrucksvollsten und meistfotografierten Reviere des Mittelmeers.

Hinweis: Angaben zu Bestimmungen, Marinas und Gebühren können sich jederzeit ändern und sind ohne Gewähr. Für die Einhaltung der vor Ort gültigen Vorschriften ist der Skipper selbst verantwortlich.