Saronischer Golf
Der Saronische Golf vor den Toren Athens ist Griechenlands meistbefahrenes und zugleich einsteigerfreundlichstes Segelrevier – kurze Distanzen, geschützte Häfen und auf Schritt und Tritt die Wiege der europäischen Kultur. Der Überblick zu Marinas, Inseln, Wind und bester Reisezeit.
Der Saronische Golf erstreckt sich von der Hauptstadt Athen im Norden bis zum Argolischen Golf im Süden und wird im Osten von der Ägäis, im Westen vom Peloponnes begrenzt. Mit einer Ausdehnung von rund 60 mal 40 Seemeilen ist es eines der kompakteren griechischen Reviere, bietet aber durch die Nähe zu Athen die höchste Charterdichte des Landes. Wer zum ersten Mal in Griechenland segelt, findet hier kurze, sichere Etappen zwischen lebendigen Inselorten wie Aegina, Poros und Hydra sowie antiken Stätten wie Epidauros – ein Revier, das keine Wünsche offenlässt.
Diese Seite bündelt das Wichtigste über das Revier und verweist auf die weiterführenden Detailseiten zu den einzelnen Häfen.

Das Revier auf einen Blick
- Lage: Golf zwischen Athen im Norden, dem Peloponnes im Westen und der Ägäis im Osten, südlich schließt der Argolische Golf an
- Wichtigste Charterbasen: Alimos/Kalamaki bei Athen (größter Yachthafen Griechenlands), Lavrion an der Südspitze Attikas, dazu Nea Peramos im Westen
- Inseln: Aegina, Poros, Hydra, Spetses, dazu die Ostküste des Peloponnes mit Epidauros und Nafplion
- Charakter: kurze, geschützte Etappen, hohe Charterdichte, wenig anspruchsvolle Navigation
- Wind: im Sommer Meltemi aus Nord/Nordost (4–6 Bft, Juli–Oktober), sonst meist Süd- bis Südwestwind 3–5 Bft; Vorsicht vor Fallböen bei Kap Sounion und der Einfahrt zum Kanal von Korinth
- Beste Reisezeit: Mai, Juni, September und Oktober mit weniger Touristen; Juli/August für lebendige Atmosphäre und warmes Wasser
- Anreise: internationaler Flughafen Athen (ATH), rund 30–40 Fahrminuten zu den meisten Charterbasen
Warum der Saronische Golf?

Der entscheidende Vorteil liegt in der Nähe zu Athen: Kein anderes griechisches Revier ist so schnell und unkompliziert erreichbar. Innerhalb weniger Stunden Segelzeit liegen mit Aegina, Poros und Hydra gleich drei der beliebtesten Ziele des Landes vor der eigenen Bugspitze, dazu geschützte Ankerplätze und kurze Distanzen, die auch für weniger erfahrene Crews gut zu bewältigen sind.
Dazu kommt die Geschichte: Kaum ein Revier verbindet Segeln so unmittelbar mit der Antike. Der Kanal von Korinth durchschneidet den Isthmus in einer spektakulären Felsenschlucht, in Epidauros liegt das am besten erhaltene antike Theater Griechenlands, und in Nafplion auf der Peloponnes-Seite wartet eine der schönsten Hafenstädte des Landes mit venezianischer Festungsanlage.
Ein realistischer Hinweis: Der Saronische Golf ist das am stärksten frequentierte Revier Griechenlands. In der Hauptsaison sind die beliebten Häfen wie Aegina, Poros oder Hydra nicht selten hoffnungslos überfüllt. Wer es ruhiger mag, weicht auf die Ostküste des Peloponnes oder auf weniger bekannte Buchten aus – dort findet sich noch das ursprüngliche Griechenland abseits des Trubels.
Revierhighlights im Überblick:
Athen
Athen ist mit der Akropolis, der Plaka-Altstadt und dem Akropolis-Museum ein eigenes Reiseziel und lohnt einen Tag vor oder nach dem Törn. Von der Charterbasis in Alimos sind es nur wenige Minuten in die Innenstadt. Wer die Wiege der europäischen Kultur einmal gesehen haben möchte, findet hier auf engem Raum Jahrtausende Geschichte.

Aegina
Aegina ist für viele Crews das erste Ziel im Saronischen Golf und ein einheimisch geprägter, lebendiger Inselhafen. Im beschaulichen Fischerort Perdika an der Südspitze der Insel liegen die Boote idyllisch neben Fischerkähnen an der Promenade. Aegina eignet sich auch gut zur Verproviantierung für den restlichen Törn.


Poros
Poros liegt nur durch eine schmale Meerenge vom Peloponnes-Festland getrennt und gilt mit seinem amphitheaterartig an den Hang gebauten Ort als eines der Revierhighlights. Der geschützte Naturhafen ist auch bei Starkwind gut anzulaufen.
Hydra

Hydra
Hydra ist komplett autofrei – Transport findet nur zu Fuß, per Esel oder Wassertaxi statt. Die von Kapitänshäusern gesäumte Hafenpromenade zählt zu den schönsten des Landes und macht die Insel zu einem der meistfotografierten Ziele des Reviers.
Das antike Theater von Epidauros
Von Palea Epidavros am Saronischen Golf sind es rund 13 Kilometer landeinwärts zum Heiligtum von Epidauros – seit 1988 UNESCO-Weltkulturerbe und berühmt für das am besten erhaltene antike Theater Griechenlands. Vor rund 2.300 Jahren für bis zu 14.000 Zuschauer gebaut, ist die Akustik bis heute legendär. Im Sommer finden im Rahmen des Epidauros-Festivals Aufführungen unter freiem Himmel statt.

Wissenswertes zum antiken Theater von Epidauros
- Öffnungszeiten: Hochsaison (April–Oktober) 8–20 Uhr, Nebensaison kürzer (ca. 8–17 Uhr)
- Eintritt: rund 12 € (ermäßigt 6 €), unter 18 Jahren und für EU-Studierende frei
- Anreise vom Hafen: von Palea Epidavros per Taxi oder Mietwagen rund 20 Minuten
- Festival: im Sommer Theateraufführungen im Rahmen des Epidauros-Festivals, Tickets separat und früh ausgebucht

Die Inseln und Ankerbuchten
Aegina, Poros und Hydra bilden den klassischen Auftakt jedes Törns im Saronischen Golf, jeweils gut 15 Seemeilen auseinander. Auf Aegina lohnt neben Perdika auch ein Abstecher zum Aphaia-Tempel im Osten der Insel. Poros besticht durch seine geschützte Lage in der schmalen Meerenge zum Peloponnes; gegenüber liegt der Kurort Galatas mit Zitronenhainen. Hydra schließlich ist komplett autofrei und mit seiner kapitänshausgesäumten Hafenpromenade eines der meistfotografierten Ziele der Region.
Wer weiter Richtung Argolischer Golf segelt, erreicht nach weiteren 20 bis 25 Seemeilen die Insel Spetses mit ihren verträumten Ankerbuchten sowie Porto Heli, einen bei wohlhabenden Athenern beliebten Ort mit moderner Marina und Trinkwasseranschlüssen direkt am Steg – allerdings auch mit entsprechend hohen Liegeplatzpreisen. Von hier ist es nur ein kurzer Schlag zu den Fähren nach Spetses, sodass auf dem Wasser reger Querverkehr herrscht.
Wer die Ostküste des Peloponnes weiter erkundet, findet ursprünglichere Häfen und ruhigere Ankerplätze als in den Hauptzielen des Reviers, etwa bei Ermioni oder Tolo. Nafplion mit seiner venezianischen Festungsanlage gilt als eine der schönsten Hafenstädte Griechenlands. Im Norden markiert der Kanal von Korinth die Grenze des Reviers – auch ohne Durchfahrt ein eindrucksvoller Anblick, wenn man mit dem Boot bis vor die schmale Felsenschlucht steuert.

Wind und beste Reisezeit
Der Wind im Saronischen Golf ist kleinräumig unterschiedlich. Bis etwa auf Höhe von Aegina kann von Juli bis September der Meltemi aus Nordost auftreten, weiter südlich Richtung Poros dominieren am Nachmittag eher thermische Südwinde. Nördlich von Hydra prägen Ostwinde das Bild, weiter westlich ist der Wind ruhiger und wechselhafter; bei Spetses dreht er häufig auf Südost. Durchziehende Tiefdruckgebiete können in der Nebensaison für kräftigeren Nord- oder Südwind sorgen.
Besondere Vorsicht ist bei Fallböen um Kap Sounion geboten, wo die vorgelagerte Insel Makronisos den Meltemi zusätzlich verstärken kann, sowie an der Einfahrt zum Kanal von Korinth. Insgesamt gilt das Revier aber als wenig anspruchsvoll: Untiefen sind selten, die meisten Häfen sind gut geschützt, und wer den Wetterbericht im Blick behält, findet immer eine ruhige Alternative.
Mai, Juni, September und Oktober bieten weniger Touristen und angenehme Temperaturen; die Häfen sind entspannter und der Wind moderater als im Hochsommer. Juli und August bringen den verlässlichsten Meltemi und die lebendigste Atmosphäre, dafür aber auch die höchste Auslastung der beliebten Ziele wie Aegina, Poros und Hydra – wer dann unterwegs ist, plant am besten frühe Ankunftszeiten oder weicht auf ruhigere Häfen an der Peloponnes-Küste aus.
Marinas und beliebte Anlaufpunkte im Porträt
Alimos/Kalamaki, rund 10 Kilometer südlich der Athener Innenstadt, ist mit etwa 1.000 bis 1.100 Liegeplätzen der größte Yachthafen Griechenlands und Sitz der meisten Charterfirmen des Landes. Die Marina funktioniert gut als Start- und Endpunkt eines Törns, gilt aber selbst als wenig reizvoll; wer kann, verlässt sie zügig Richtung offenes Wasser. Vom Flughafen Athen sind es rund 30 Fahrminuten.
Lavrion an der Südspitze Attikas ist die zweitwichtigste Charterbasis der Region und liegt bereits am Rand des Meltemi-Gebiets – ein Vorteil für alle, die zügig in die Kykladen weitersegeln wollen, ohne den vollen Weg durch den Saronischen Golf zurückzulegen. Die Olympic Marina bietet rund 680 gut geschützte Liegeplätze; alternativ liegt der Stadthafen von Lavrion näher am Zentrum mit kurzen Wegen zu Tavernen und Supermärkten. Nur wenige Seemeilen entfernt liegt Kap Sounion mit dem berühmten Poseidon-Tempel.
Nea Peramos am westlichen Rand des Saronischen Golf, nahe der Insel Salamis, ist ein kleinerer, ruhigerer und funktionaler Ausgangspunkt mit direktem Zugang zu Aegina und Poros. Die Marina ist deutlich weniger frequentiert als Alimos, bietet aber ebenfalls Wasser- und Stromanschluss an jedem Stegplatz.
Häufige Fragen (FAQ)
Fazit
Der Saronische Golf vereint alles, was einen typischen Griechenland-Törn ausmacht: kurze, sichere Distanzen, lebendige Inselorte wie Aegina, Poros und Hydra sowie die Nähe zur Wiege der europäischen Kultur mit dem antiken Theater von Epidauros und dem Kanal von Korinth. Als am stärksten frequentiertes Revier des Landes ist es in der Hauptsaison voller als die Nachbarreviere, bietet aber gerade Einsteigern und Familien einen besonders bequemen Zugang zum Segeln in Griechenland.
Hinweis: Angaben zu Bestimmungen, Marinas und Gebühren können sich jederzeit ändern und sind ohne Gewähr. Für die Einhaltung der vor Ort gültigen Vorschriften und Nationalpark-Regeln ist der Skipper selbst verantwortlich.
