Seychellen
Die Seychellen zählen zu den schönsten Segelrevieren der Welt – Granitfelsen, Puderzuckerstrände und türkisfarbenes Wasser rund um Mahé, Praslin und La Digue, dazu ganzjährig warmes Klima und kurze Etappen. Diese Seite gibt einen Überblick über das Revier, die beste Reisezeit und alles Praktische rund um die Charter.
Kaum ein Revier verkörpert das Bild vom tropischen Segelparadies so sehr wie die Seychellen. Der Archipel im Indischen Ozean, rund 1.000 Seemeilen vor der ostafrikanischen Küste, besticht mit üppig grünen Inseln, markanten Granitformationen und einer Unterwasserwelt von seltener Schönheit. Gesegelt wird vor allem in den geschützten Gewässern der Inner Islands rund um die drei Hauptinseln Mahé, Praslin und La Digue – ein überschaubares, aber landschaftlich überwältigendes Revier mit kurzen Wegen und ganzjährig warmem Wasser.
Diese Seite bündelt das Wichtigste über die Seychellen als Segelrevier und die Besonderheiten, die einen Törn hier ausmachen.

Die Seychellen als Segelrevier auf einen Blick
- Lage: Archipel im Indischen Ozean, rund 1.000 sm vor Ostafrika; gesegelt wird in den Inner Islands rund um Mahé, Praslin und La Digue
- Charakter: kurze Etappen, spektakuläre Natur, ganzjährig warmes Wasser; wenige ausgebaute Häfen, überwiegend Ankern
- Basis: Hauptausgangspunkte sind die Marina Eden Island auf Mahé nahe dem internationalen Flughafenund und ein Stützpunkt in der Baie St. Anne auf der Insel Praslin.
- Wind: zwei Monsunphasen – Südostmonsun (Mai–Oktober, kräftiger und trocken, 10–25 kn) und Nordwestmonsun (Dezember–März, leichter, 5–15 kn, mehr Regen)
- Beste Reisezeit: ganzjährig möglich; besonders angenehm die windschwachen Zwischenzeiten April und November
- Besonderheit: Katamaran-Revier; für die weit entfernten Outer Islands ist eine Genehmigung und ein einheimischer Skipper nötig

Warum die Seychellen zum Segeln?
Der Reiz der Seychellen liegt in der einzigartigen Kulisse. Die vom Wasser aufragenden, glatt geschliffenen Granitfelsen, die weißen Strände und die dichte tropische Vegetation machen jeden Ankerplatz zu einem Postkartenmotiv. Dazu kommen kurze Distanzen: Die Inner Islands liegen so dicht beieinander, dass auch entspannte Törns viele Höhepunkte bieten – die längste Etappe, von Mahé nach Praslin, misst nur rund 26 Seemeilen. Das Wasser ist das ganze Jahr über warm, echte Gezeitenprobleme gibt es kaum, und die See ist meist ruhig. Nicht zuletzt ist es ein hervorragendes Revier zum Schnorcheln und Tauchen, mit einer artenreichen Unterwasserwelt und mehreren Meeresnationalparks.
Ein ehrlicher Hinweis zum Charakter des Reviers: Die Seychellen sind ein Naturrevier, kein Marina-Revier. Ausgebaute Häfen gibt es nur wenige – im Wesentlichen die Marina Eden Island auf Mahé sowie kleinere Anlaufpunkte auf Praslin und La Digue. Der Törn spielt sich überwiegend vor Anker ab, und gut geschützte Ankerplätze müssen gut recherchiert und auf die Wettersituation angepasst werden. Das gehört zum ursprünglichen Charme, verlangt aber etwas Planung und seemännische Umsicht.
Die Seychellen sind besonders als Katamaran-Revier beliebt sind, weil die Katamarane aufgrund ihres geringeren Tiefgangs näher an die Strände kommen und ruhiger liegen.

Das Segelrevier der Seychellen
Die Seychellen sind in erster Linie ein entspanntes Reise- und Naturrevier, kein sportliches Segelrevier. Der Wind ist oft moderat, und häufig wird ein Teil der Strecke unter Motor zurückgelegt. Im Mittelpunkt stehen weniger lange Segelschläge als vielmehr das Ankern in traumhaften Buchten, das Schnorcheln und das Erleben der Natur.


Das Revier: Mahé, Praslin, La Digue und die Inner Islands
Ausgangspunkt fast aller Törns ist Mahé, die größte Insel mit der Hauptstadt Victoria, dem internationalen Flughafen und der einzigen voll ausgestatteten Marina des Reviers, Eden Island. Schon Mahé selbst mit seinen Bergregenwäldern, Mangroven und Buchten wie der beliebten Beau Vallon Bay bietet Stoff für mehrere Tage. Von hier führt der klassische Törn nordöstlich zu den beiden nah beieinander liegenden Inseln Praslin und La Digue.
Praslin ist bekannt für den Strand Anse Lazio – einen der schönsten und sichersten Ankerplätze der Seychellen – und für das Vallée de Mai, ein UNESCO-Weltnaturerbe, in dem die berühmte Coco-de-Mer-Palme wächst. La Digue, in Sichtweite von Praslin, gilt vielen als die schönste Insel des Archipels: autofrei, geruhsam, mit den ikonischen Granitfelsen am Strand Anse Source d’Argent, die man am besten per Fahrrad erkundet. Rund um diese Hauptinseln liegen zahlreiche kleinere Ziele: die Schildkröteninsel Curieuse, die Schnorchelreviere um Cocos Island und Grande Sœur, der Sainte-Anne-Marine-Park vor Mahé sowie die Naturschutzinseln Aride und Cousin mit ihren Vogelkolonien. Zu den bekanntesten Ankerplätzen des Reviers zählen neben der Anse Lazio auf Praslin etwa die Anse Volbert auf Praslin sowie die Nationalpark-Buchten Sainte Anne und Baie Ternay vor Mahé – die konkrete Wahl richtet sich immer nach Wind und Schwell des jeweiligen Tages.
Jenseits der Inner Islands locken die weit entfernten Outer Islands wie die Amiranten (rund 140 sm). Diese sind ein echtes Abenteuer, aber nur mit behördlicher Genehmigung und einem einheimischen Skipper an Bord zu besegeln – für die allermeisten Charter-Törns bleiben daher die Inner Islands das Ziel, das ohnehin mehr als genug zu bieten hat. Bei Interesse müssen bereits vor einer Buchung die Genehmigungen bei der jeweiligen Charterfirma angefragt werden.

Praktisches für die Charter
Die folgenden Punkte geben einen ersten Überblick über die häufigsten Fragen rund um die Charter auf den Seychellen. Sie sind sorgfältig recherchiert, aber ohne Gewähr: Vorschriften, Scheinanforderungen und Gebühren können sich jederzeit ändern, und für die Einhaltung der jeweils gültigen Bestimmungen ist der Skipper bzw. die Crew selbst verantwortlich. Verbindliche Auskünfte für den konkreten Törn lassen sich am besten direkt bei der Buchung klären.
Wind, Wetter und beste Reisezeit
Das Wetter der Seychellen wird von zwei Monsunphasen bestimmt, die den Charakter eines Törns prägen. Der Südostmonsun von Mai bis Oktober weht kräftiger und trocken mit etwa 10 bis 25 Knoten – die windreichste Zeit, in der allerdings vermehrt Seegras an die Strände gespült wird, das Meer bewegter ist und einige Ankerbuchten durch Schwell für die Nacht ausfallen. Der Nordwestmonsun von Dezember bis März bringt leichteren, gleichmäßigen Wind mit 5 bis 15 Knoten, dafür mehr Regenschauer und schwülere Luft. Dazwischen liegen im April und November die windschwachen Übergangszeiten mit dem klarsten Wasser – ideal zum Schnorcheln und für entspanntes Segeln.
Grundsätzlich lassen sich die Seychellen ganzjährig besegeln; schwere Stürme sind dank der äquatornahen Lage sehr selten. Für einen ausgewogenen Törn mit moderatem Wind und ruhiger See sind die Zwischenzeiten April und November besonders zu empfehlen, während der Südostmonsun die sportlichere und trockenere Wahl ist. Zu beachten sind lokale Besonderheiten: Der Tidenhub ist gering, an Engstellen kann zur Springzeit dennoch etwas Strömung auftreten. Vor allem aber bietet nicht jeder Ankerplatz bei jeder Windrichtung Schutz – besonders im Südostmonsun werden manche Buchten durch einlaufenden Schwell als Nachtankerplatz unbrauchbar. Ein Plan B für die Nacht gehört daher zum guten Törn dazu.


Führerschein, Erfahrung und Umweltregeln
Für die Bareboat-Charter wird in der Regel ein anerkannter Befähigungsnachweis erwartet – für Crews aus Deutschland üblicherweise der Sportküstenschifferschein (SKS), international das International Certificate of Competence (ICC) – dazu nachgewiesene Segelerfahrung. Viele Vercharterer verlangen zusätzlich einen ausführlichen Segelerfahrungsnachweis, oft als Sailing Resume oder Sailing CV bezeichnet, in dem die praktische Charter- und Segelerfahrung des Skippers aufgeführt wird; dafür nutzen die meisten Vercharterer ein eigenes Formular. Wer sich das eigenständige Navigieren im korallenreichen Revier nicht zutraut, kann eine Yacht mit einheimischem Skipper buchen – für die Outer Islands ist ein solcher ohnehin vorgeschrieben.
Ein zentrales Thema sind die Umwelt- und Naturschutzregeln. Große Teile des Reviers stehen unter Schutz; in den Meeresnationalparks werden Liegegebühren erhoben, und das Ankern ist reglementiert. Geankert wird nur auf sandigem Grund, niemals auf Korallen – die Zerstörung von Korallen wird streng geahndet. Eine einfache Faustregel lautet, nur dort zu ankern, wo man hellen Sandgrund und nichts Dunkles sieht.
Einreise, Währung und Sprache
Die Seychellen sind ein eigenständiger Inselstaat. Für die Einreise ist ein Reisepass erforderlich; eine vorab online einzuholende Reisegenehmigung (Travel Authorisation) ist üblich – hier lohnt sich der Blick auf den aktuellen Stand vor der Reise. Die aktuellsten Informationen bieten hierzu die Informationsseiten des auswärtigen Amtes. Die Währung ist die Seychellen-Rupie; in touristischen Bereichen werden häufig auch Euro oder US-Dollar sowie Kartenzahlung akzeptiert. Amtssprachen sind Kreol, Englisch und Französisch; mit Englisch kommt man überall gut zurecht. Die Anreise erfolgt über den internationalen Flughafen auf Mahé, oft mit einem Nachtflug ab Europa.

Bestimmungen vor Ort
An Bord ist eine gültige Crewliste mitzuführen, und es gelten die üblichen Sicherheitsbestimmungen. Reviertypisch sind die Naturschutzauflagen: Genehmigungen und Liegegebühren in den Nationalparks, Ankerverbote zum Schutz der Korallen und teils zeitlich oder tageweise beschränkter Zugang zu einzelnen Schutzinseln. Für die Outer Islands sind eine behördliche Genehmigung und ein einheimischer Skipper Pflicht. Außerdem muss auch der Vercharterer dies genehmigen, daher müssen bereits vor Buchungsabschluss die Rahmenbedingungen angefragt werden. Da sich solche Bestimmungen ändern können, empfiehlt es sich, vor dem Törn den aktuellen Stand zu prüfen; die Verantwortung für die Einhaltung vor Ort liegt beim Skipper.
Häufige Fragen (FAQ)
Fazit
Die Seychellen sind ein Sehnsuchtsrevier: ein überschaubares, aber landschaftlich überwältigendes Segelgebiet mit Granitfelsen, Traumstränden und einer prächtigen Unterwasserwelt, dazu kurze Etappen und ganzjährig warmes Wasser. Es ist ein Naturrevier mit wenigen Häfen, in dem Ankern, Umweltbewusstsein und etwas seemännische Umsicht dazugehören – und das genau dadurch seinen ursprünglichen Reiz behält. Wer die Kombination aus entspanntem Inselhopping und tropischer Kulisse sucht, findet auf den Seychellen einen der schönsten Törns überhaupt.
Hinweis: Angaben zu Bestimmungen, Scheinen und Gebühren können sich jederzeit ändern und sind ohne Gewähr. Für die Einhaltung der vor Ort gültigen Vorschriften und Naturschutzregeln ist der Skipper bzw. die Crew selbst verantwortlich. Verbindliche Auskünfte gibt es bei der Buchung.
